Die Berühmten. Archäologen

Autor: Andrea Rottloff

Kategorie: Monographien

Verlag: Philipp von Zabern

Schwierigkeitsgrad: Anfänger

erster Eindruck

Archäologen ganz privat: unterhaltsam.

 

Beschreibung

Die neue Reihe „Die Berühmten“ aus dem Verlagshaus Philipp von Zabern stellt herausragende Vertreter unterschiedlicher Disziplinen mit Kurzbiographien vor. Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den erst vor wenigen Tagen erschienenen Auftakt mit dem Titel „Archäologen“ von Dr. Andrea Rottloff. Sie ist in der kulturwissenschaftlichen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Lehrbeauftragte für Provinzialrömische Archäologie.

Auf 208 Seiten werden von der Autorin 40 ausgewählte Archäologinnen und Archäologen vorgestellt, welche sich im Lauf ihrer Karriere durch herausragende Leistungen hervorgetan haben. Die Persönlichkeiten stammen im wesentlichen aus Europa und waren Vertreter der Klassischen, Vorderasiatischen, Prähistorischen oder Ägyptischen Archäologie. Dem Leser werden viele Namen bekannt vorkommen. Es werden aber ebenso Forscher/-innen wie Fritz Fremersdorf oder Robert Forrer portraitiert, die einigen Lesern bisher unbekannt gewesen sein mochten.

Die Autorin geht neben den Forschungsleistungen  auch auf Privates ein. Die teils intimen Einblicke vermitteln ein menschliches Bild der unterschiedlichen Persönlichkeiten und lassen sich ohne weiteres im Handumdrehen durchlesen. Vielmehr noch, man möchte das Buch anfangs nicht aus der Hand legen.

Die Abschnitte sind alle nach dem gleichen Schema aufgebaut. Es beginnt mit der Erwähnung des vollständigen Namens, dem Ort und Datum von Geburt und Tod sowie der Tätigkeiten und Besonderheiten der vorgestellten Personen. Darauf folgt eine kleine anregende Einleitung, an die sich die Abschnitte „Wer war das?“, „Was hat er/sie geleistet“ und „Was bleibt?“ anschließen. Zwischen diesen werden je nach Artikel eine oder zwei kleinere Boxen mit Informationen zu einem speziellen Punkt eingeschoben z.B. über den Humor des Forschers oder Informationen zu einer der erwähnten Institutionen, wie dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum.   

Jede der 40 Personen wird im Durchschnitt auf knappen fünf Seiten vorgestellt und dabei von möglichst vielen persönlichen Seiten beleuchtet. Andrea Rottloff verzichtet in ihren Kurzbiographien nicht auf Kritik an der jeweiligen Persönlichkeit und erwähnt Unrühmliches wie auch Rühmliches. Es scheint ihr ein Anliegen gewesen zu sein, die Personen weder zu Stereotypen  noch zu „Halbgöttern“ zu stilisieren, sondern sie als vielschichtige Charaktere zu präsentieren. Dazu gehören selbstverständlich fachliche Höchstleistungen, peinliche Jugendsünden und Anekdoten sonstiger Natur.

 

Fazit

Da jeder Person letztlich nur fünf Seiten gewidmet werden, können deren wissenschaftliche Leistungen nicht ausreichend vertieft werden. Was bleibt, ist ein grober Eindruck von 40 Forscher/Innen, der sich an mancher Stelle zu tief in die persönlichen  Anekdoten verliert und von den eigentlichen Leistungen abweicht.

Andrea Rottloff legt dennoch ein interessantes Buch vor, vorausgesetzt, man hat nicht die Erwartung, dass Methoden und Leistungen eingehend erklärt werden. Wer intime und menschliche Details erwartet, der wird in vollem Umfang befriedigt und kann sich auf die folgenden Teile der Reihe "Die Berühmten" freuen.

Für Interessierte ist es durchaus empfehlenswert, um einen ersten (allerdings groben) Überblick zu erhalten und mit diversen Forschern vertraut zu werden. Die 208 Seiten lesen sich problemlos in kurzer Zeit. Leider gibt es aber nicht zu jeder Person ein Bild, ganz davon zu schweigen, dass es keine einzige farbige Abbildung gibt.

Für das Studium der Archäologie, egal mit welchem Schwerpunkt, ist dieses Buch nicht ausreichend informativ, weil die besonderen Leistungen des jeweiligen Archäologen nicht annähernd vertiefend genug erläutert werden und die Kritikpunkte zu flach angesetzt bzw. weggelassen werden. So wird Flinders Petrie in diversen Vorlesungen an der Freien Universität in Berlin keineswegs mit dermaßen viel Lob überhäuft, wie es in dem Buch der Fall ist.

Es ist schade, dass viele Forscher aus der Prähistorischen Archäologie (z.B. Schuchhardt, Montelius, Kossinna, Vere Gordon Childe oder Reinerth) nicht erwähnt werden, obwohl sie es auch verdient hätten.

Details

Umfang: 208 Seiten mit 22 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-8053-4063-2

Preis: 19,90€

Buch Kauflink: Die Berühmten: Archäologen

Datum der Rezension: 14.10.2009

Rezensent: Jan

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