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Verfasst am: 01. 06. 2010 [22:11]
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Methana
Blattspitzenfragment
Themenersteller
Dabei seit: 01.06.2010
Beiträge: 3
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Hallo! Vielleicht kann mir jemand sagen, ob diese deutlichen Ausarbeitungen an einem Felsen wirklich prähistorische Spuren sind? http://www.vulkaninsel-santorin.de/typo3temp/pics/8ab1dd00e0.jpg Fundort: Steinbruch Megalochori / Insel Santorin / Griechenland Fund: Mai 2010 Foto (c) Tobias Schorr Viele Grüße
Tobias Schorr Fotograf / Reiseleiter / Reiseunternehmer www.Volcanodiscovery.com |
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Verfasst am: 03. 06. 2010 [11:56]
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Jan
Admin
Dabei seit: 24.03.2009
Beiträge: 66
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Hallo Methana, die Datierung von Felsgravuren bzw. Felsbildern etc ist leider nie einfach - gerade bei solchen "Bildern". Ich habe eine Kommilitonin von der Klassischen Archäologie auf dein Foto aufmerksam gemacht, vielleicht antwortet sie hier noch. Sie wird sich mit den Minoern auskennen Ich selbst würde nicht davon ausgehen dass die Darstellung auf dem Stein minoischen Ursprungs ist. Die Furchen auf dem Stein wirken sehr willkürlich. Wenn es eine etwas konkretere Darstellung wäre, könnte man damit eventuell besser arbeiten. mfg jan |
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Verfasst am: 03. 06. 2010 [12:55]
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Methana
Blattspitzenfragment
Themenersteller
Dabei seit: 01.06.2010
Beiträge: 3
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Hallo Jan, ja - ich habe mir das auch nicht einfach vorgestellt. Aber es sieht aus der Nähe betrachtet schon sehr sicher so aus, als ob da jemand absichtlich etwas hineingemeißelt hat. In der Umgebung findet man auch Obsidianmesser und Keramik. Leider ist der Fels nicht mehr in Originalposition, a.) weil er im Steinbruch verschoben wurde, b.) weil er wahrscheinlich bei der minoischen Eruption 1613 v.Chr. bewegt wurde... Viele Grüße aus Athen Tobias Viele Grüße
Tobias Schorr Fotograf / Reiseleiter / Reiseunternehmer www.Volcanodiscovery.com |
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Verfasst am: 04. 06. 2010 [21:31]
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Jan
Admin
Dabei seit: 24.03.2009
Beiträge: 66
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moin moin, unter den Umständen kann man leider nichts mehr tun, um diese furchen zu datieren - sofern sie überhaupt von Menschen gemacht wurden. Tut mir Leid :-/ Die Keramik und die Obsidianartefakte kan man aber bestimmt mit Typentafeln/sonstiger Fachliteratur grob datieren aber über den stein sagt das letztlich nichts aus. mfg jan |
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Verfasst am: 08. 06. 2010 [10:34]
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Athena
John Lubbock
Dabei seit: 24.04.2009
Beiträge: 19
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Hey... hier ist dann die angekündigte klassische Archäologie-Kommilitonin... also prinzipiell ich bin keine Steinfachfrau und schon gar nicht für diese Zeit, weshalb ich nur meinen Eindruck mitteile... Also ich sehe da Farblinien...meine Gedanken dazu... Wenn der Stein so offen rum lag, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich die Farbe über so lange Zeit so intensiv erhalten hat. Sollte er frei gelegen haben, müssten da viel stärkere Verwitterungsspuren sein und bei einem hohen Alter der Farbe, dürfte da kaum was erhalten geblieben sein, es sei denn die äußeren Bedingungen wären optimal... Um genauer was zu sagen, müsste man sich den Stein von allen Seiten angucken, um möglicherweise etwas darüber auszusagen, wie rum und so weiter der Stein möglicherweise gelegen hat. (Verwitterungsspuren, pflanzlicher Bewuchs etc...) Was gibt es denn zu den Fundumständen im Detail zu sagen? Es ist auch schwer die Farbe anhand eines Fotos zu beurteilen...da man am Objekt mit Hilfe einer Farbuntersuchung schauen könnte, wie die Farbzusammensetzung prinzipiell aussieht... Es ist aber auch nicht anhand des Fotos auszuschließen, ob die Ritzungen älter sind und die Farbe modern...Das kann man nur anhand des Steines beurteilen nicht anhand eines Fotos... Zu den Linien... Also ein bestimmtes Muster erkenne ich nicht darin... Entstanden können die Linien also nur sein durch Einkerbungen des Menschen oder Wassereinfluss...(da sie entgegengesetzt zum natürlichen Steinmuster verlaufen...) Um die genaue Methode zu beurteilen--> alles am Stein prüfen...Werkzeuge müssten Spuren hinterlassen haben. Fazit: Ich kann mit einem Foto und wenig Infos da kaum etwas ausrichten. Ohne genauere Infos ist es fast unmöglich etwas darüber auszusagen, weil viel zu viele Fragen noch offen sind. Datierung: bevor man datiert, sollte man klären, was daran modern und was antik ist. Sind die Ritzungen modern, hat sich eine prähistorische Datierung erledigt. (Dazu müssen Fragen zur Technik und zum Fundkontext geklärt werden). Ansonsten stimme ich Jan zu, es wird fast unmöglich sein, das Muster zu datieren... ansonsten eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Steinbruches (seine Laufzeiten, was wurde da alles abgebaut, wer nutzte ihn alles etc., wer hat Zugang heute dazu?) kann vlt. auch Klarheit darüber bringen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist einen "antiken" Fund gemacht zu haben... Ich hoffe ich habe etwas helfen können und nicht nur Fragen aufgeworfen Liebe Grüße Silke |
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Verfasst am: 08. 06. 2010 [20:40]
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Jan
Admin
Dabei seit: 24.03.2009
Beiträge: 66
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Hi, so wie es aussieht, wurden die Farben, die wir auf dem Bild erkennen können, nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm eingefügt. Die hat er nur eingefügt, um uns den Verlauf der Furchen auf dem Stein aufzuzeigen und Verwirrungen zu vermeiden. Naja, der Fazit bleibt dennoch derselbe: Selbst wenn er von Menschen geschaffene Strukturen sein sollten, dann sind sie nicht datierbar. mfg jan |
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Verfasst am: 12. 06. 2010 [20:18]
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Athena
John Lubbock
Dabei seit: 24.04.2009
Beiträge: 19
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wat? -.- naja aber, wenn ich Farben über das Wesentliche male und dann dazu eine Auskunft möchte, dann ist ja klar, dass man damit nichts anfangen kann...-.- (Als wenn nicht erkennbar wäre, dass die Linien gegen den natürlichen Steinlinienverlauf gehen -.-) |
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Verfasst am: 12. 06. 2010 [23:16]
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Methana
Blattspitzenfragment
Themenersteller
Dabei seit: 01.06.2010
Beiträge: 3
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Hallo! Klar - die Linien habe ich mit Photoshop farbig nachgezeichnet, damit man sie schneller erkennen kann. Aber auch so sind die Ausarbeitungen eindeutig absichtlich gemacht und nicht irgendwelche zufälligen Schleifspuren durch den Transport. Inzwischen bin ich mir sehr sicher, daß es vorgeschichtliche Sachen sind. Wahrscheinlich älter als minoisch, denn man hat in dem gleichen Bereich auch Gräber aus der Zeit um 2500 v.Chr. gefunden (Ausstellung im neuen arch. Museum in Thira). Wer mehr dazu weiß ist willkommen... Der Felsblock wird noch länger zu sehen sein (Steinbruch Megalochori/Santorin). Viele Grüße Tobias Schorr Viele Grüße
Tobias Schorr Fotograf / Reiseleiter / Reiseunternehmer www.Volcanodiscovery.com |