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Verfasst am: 19. 05. 2009 [13:05]
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Olli
John Lubbock
Themenersteller
Dabei seit: 08.05.2009
Beiträge: 28
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Zum Thema Mesolithikum: Ich versteh den Text bisher so, dass das Mesolithikum von Gott als Übergangszeit zwischen Eiszeit und Neolithikum eingebaut wurde, damit die Leute Zeit hatten sich an der veränderten Bedingungen zu gewöhnen icon_razz.gif Spaß beiseite. Das Mesolithikum als "Übergangszeit" zu bezeichnen trifft wohl nicht ganz den Punkt. Man könnte vielleicht noch so was hinzufügen: Ausgehend von klimatischen Veränderungen, die bereits im Spät/Endpaläolithikum einsetzen (Übergang zum Holozän mit den Zwischeneiszeiten Dryas 1-3), finden Veränderungen der Siedlungs- und Subsistenzwirtschaft statt. Ausgelöst von der Wiederbewaldung verschwinden die großen Tierherden (Ren, Pferd; das Mammut gibts ja schon länger nich mehr) und die Menschen müssen sich auf die Jagd auf Standwild (Ur/Wisent, Hirsch etc.) einstellen. Dafür gibt es regional verteilte pflanzliche Nahrungsquellen (Beeren, Haselnuss), die zu verschiedenen Zeiten verfügbar sind. Die Folge ist, dass die Menschen mobiler werden als im Paläolithkium. Es gibt keine Basislager mehr, die längerfristig bewoht werden, sondern nur noch kleine und kurzzeitige Aufenthalte. Die Folge ist, dass mesolithische Fundstellen schwer zu finden und entsprechend selten sind. Klimaphasen: Präboreal, Boreal, Atlantikum Chronologie: Grundlegend gliedern lässt sich das Mesolithikum anhand der Mikrolithen. Dies gelang Taute in Süddeutschland anhand von Stratigraphien, die sich überschneiden: Zigeunerfels (Magdalénien – Spätpaläolithikum – Frühmesolithikum) Jägerhaus-Höhle (Frühmesolithikum – Spätmesolithikum) Felsdach Lautereck (Spätmesolithikum – Frühneolithikum (Bandkeramik) Die drei folgenden frühmesolithischen Stufen, erstmals in der Jägerhaushöhle bei Beuron gesichert, werden als „Beuronien“ A, B und C bezeichnet (Präboreal und Boreal). Charakteristisch für das Beuronien A sind langschmale Trapeze (durchweg aus unregelmäßiger Klinge), gleichschenklig stumpfwinklige Dreiecke sowie Mikro-Spitzen mit konvexer und dorsoventral (= dorsal und ventral) retuschierter Basis Charakteristisch für das Beuronien B sind gleichschenklig-spitzwinklige Dreiecke und Mikro-Spitzen mit konkaver und dorsoventral retuschierter Basis. Charakteristisch für das Beuronien C sind winzige, extrem ungleichschenklige Dreiecke sowie Mikro-Spitzen mit konvexer und nur einfach retuschierter Basis. Damit bricht die Entwicklung des Frühmesolithikums jäh ab. Das Spätmesolithikum (nur eine Stufe; Beginn mit dem Atlantikum), zeichnet sich durch eine Klingentechnik aus, die auffällig regelmäßige Klingen hervorgebracht hat. Aus diesen Klingen wurden Trapeze und Trapezspitzen gefertigt. Außerdem vereinzelt geschliffene beilartige Felssteingeräte (Dexel) sowie zweireihige Hirschgeweih-Harpunen Vergleicht man diese Abfolge mit dem südfranzösischen Raum so lässt sich das süddeutsche Spätpaläolithikum mit dem Azilien-Komplex parallelisieren, das süddeutsche Frühmesolithikum mit dem Sauveterrien-Komplex und das Spätmesolithikum mit dem Tardenoisien-Komplex Übergang Meso-Neo: Wichtig für den Übergang zwischen Meso und Neo sind die Traditionen der rechts- und linksflügligen Trapeze ("Lateralisation") in Westeuropa. Diese setzt mit der mesolithischen Trapezmikrolithik ein und besteht in der Linearbandkeramik weiter. Ein Verdrängen der Mesolithiker durch die Linearbandkeramiker ist damit kaum möglich und bringt die Frage der (gegenseitigen) Akkulturation ins Spiel. Literatur: Taute, W (1972): Die spätpaläolithische-frühmesolithische Schichtenfolge im Zigeunerfels bei Sigmaringen (Vorbericht), Archaeologische Informationen, 1, 29-40 Cziesla, Erwin (1992): Jäger und Sammler (Brühl 1992). Löhr, H. (1994): Linksflügler und Rechtsflügler in Mittel- und Westeuropa. Der Fortbestand der Verbreitungsgebiete asymmetrischer Pfeilspitzenformen als Kontinuitätsbeleg zwischen Meso- und Neolithikum. Trierer Zeitschrift 57, 9-127. |
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Verfasst am: 24. 05. 2009 [19:00]
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Jan
Admin
Dabei seit: 24.03.2009
Beiträge: 66
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Vielen Dank, ich bin noch am Überarbeiten |
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Verfasst am: 25. 05. 2009 [23:47]
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Olli
John Lubbock
Themenersteller
Dabei seit: 08.05.2009
Beiträge: 28
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jaja, kein Stress. Auf Tychos Anmerkung hin wollt ich ja nur den Beitrag an die richtige Stelle schieben... studierst du eigentlich auch noch nebenbei? warum gibts eigentlich kein Zwinkersmiley? Fragen über Fragen... |
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Verfasst am: 26. 05. 2009 [10:17]
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Chris
Admin
Dabei seit: 24.03.2009
Beiträge: 49
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Olli schrieb:
jaja, kein Stress. Auf Tychos Anmerkung hin wollt ich ja nur den Beitrag an die richtige Stelle schieben... studierst du eigentlich auch noch nebenbei? Wenn du mich meinst. Ich studiere so ein bisschen Informatik... Olli schrieb:
warum gibts eigentlich kein Zwinkersmiley? Doch den gibt es ; - ) oder : ) Die Ente fliegt hoch, die Ente fliegt weit,
das kann sie auch, sie hat ja Zeit. |
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Verfasst am: 28. 05. 2009 [14:59]
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Olli
John Lubbock
Themenersteller
Dabei seit: 08.05.2009
Beiträge: 28
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@Tycho: nee, das mit dem Studieren war bloß ein Witz. Ich hab gemeint, wenn Motte die ganzen Beiträge schreibt, Bücher wälzt und Beiträge wieder umschreibt, ob er dann überhaupt noch zum Studieren kommt. dass das |
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Verfasst am: 28. 05. 2009 [15:28]
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Chris
Admin
Dabei seit: 24.03.2009
Beiträge: 49
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ja motte bereitet quasi alles auf was er studiert und stellt es auf die Seite. Ich finde ja dass das die effektivste Methode ist das ganze zu lernen Es gibt übrigens ne ganze Menge smilies. Ich kann die ja mal alle posten. Die Ente fliegt hoch, die Ente fliegt weit,
das kann sie auch, sie hat ja Zeit. |
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Verfasst am: 09. 06. 2009 [13:03]
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Jan
Admin
Dabei seit: 24.03.2009
Beiträge: 66
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Ich bin zur zeit noch mit einer Karte beschäftigt, auf der ich die Mesolithischen Artefaktverbreitungen mit den links -uns rechtsflügligen Trapezen eintragen möchte. |
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Verfasst am: 17. 06. 2009 [13:34]
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Olli
John Lubbock
Themenersteller
Dabei seit: 08.05.2009
Beiträge: 28
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Ja, die Karten sind wirklich nicht sonderlich eingängig. Aber das sind archäologische Karten generell eher selten |
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Verfasst am: 30. 08. 2011 [19:02]
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isabel
Grubenhaus
Dabei seit: 30.08.2011
Beiträge: 2
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Als Merkmale des Mesolithikums "Befunde exessiver Gewaltausübungen: Massengräber (Große Ofnet-Höhle)" anzuführen sehe ich als sehr überholt an. Es ist inzwischen nachgewiesen, dass, um beim Beispiel Ofnet zu bleiben, die Schädel kaum zum gleichen Zeitpunkt auf Grund eines Ereignisses, wie eben tödlicher Gewalt, in der Höhle niedergelegt wurden. Zu dem weisen die wenigsten tödliche Hiebverletzungen am Kopf auf. Es ist zwar nicht auszuschließen, dass sie an anderer Stelle des Körpers niedergemetzelt wurden, beweisen kann man es ohnehin nicht. siehe u.a. Jörg Orschiedt, Manipulationen an menschlichen Skelettresten. Taphonomische Prozesse, Sekundärbestattungen oder Kannibalismus? (Tübingen 1999). ich finde die Worte "exessive Gewaltausübung" und "Massengräber" rufen so Bilder von Keulenschwingenden Menschenfressern hervor. Finde ich unpassend Grüße, Isabel |
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Verfasst am: 01. 09. 2011 [19:01]
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Jan
Admin
Dabei seit: 24.03.2009
Beiträge: 66
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Hallo Isabel, Danke für Dein Feedback und den Literaturverweis. Die besagte Passage wurde umformuliert |