Thema mit vielen Antworten

Ausgrabungsfunde, die auf Linkshänder schließen lassen?


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Verfasst am: 05. 12. 2011 [19:06]
Klaudia
Boucher de Perthes
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Ich stelle mir das so vor, Herr Jan, dass sich unsere Ahnen zuerst aufrichteten. Sie fingen an, sich aufrecht fortzubewegen. Affenähnliche Wesen mit einem Gehirn wie ein Schimpanse, der aufgerichtet vorwärs geht. Zu der Zeit war von Werkzeug Herstellung oder Werkzeug Gerauch noch nix vorhanden.

Und da stellte sich das Problem, dass man dem Wesen neben einem nicht dabei zusehen wollte, wie der mit Kot-verschmierter Hand in das Essen lang, dass man selber auch gleich in den Mund stecken möchte, so brauchte man ein Reinigungsritual. Die alleinige Einschränkung auf die Festlegung, beim Essen alles mit der rechten Hand, bei der Reinigung nach dem Stuhlgang alles mit der linken Hand hat für niemanden groß negative Folgen.

Schlimm wird es erst, wenn man sich entschließt, den Linkshänder auch andere Bewegungen mit links zu verbieten.

Ich denke, die kulturelle und intelektuelle Entwicklung ging später los, als man schon lange aufrecht ging und schon dieses Ritual hatte. Menschliche Kultur bildete sich also meinem Verständnis nach NACH der Bildung dieses Reinigungsrituals. Und dann lief in immer größeren Bereichen was schief, allerdings ungeplant, als Selbstläufer, indem immer mehr Linkshändern immer stärker die Bewegungen mit links verboten wurden.

Zu den Zeiten, die Sie hier über diesem Text hier nennen, gab es meiner Theorie nach schon eine flächendeckende, weltweit Ausgebreitung dieses Reinigungsrituals. Ab wann es üblich wurde, Linkshändern auch außerhalb dieses Reinigungsrituals die Bewegungen mit links zu verbieten, da gibt es wohl regionale Unterschiede.

Ich denke, damit Sie sich mit dem Faktor "Fehler" oder "Fehlentscheidung" vertrauter machen, wäre die Lektüre des Buches "Die Tücken der Technik" von Edward Tenner hilfreich. Die ungute neuronale Veränderung, die ein umgeschulter Linkshänder erfährt, ist eine "unbeabsichtigte Konsequenz", wie er in seinem Vortrag auf der TED Confernez so schön erklärt. In seinem Buch wird das aber noch deutlicher. Auch Diamond erzählt in "Kollaps"
[url="http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_2_6?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=kollaps+jared+diamond&sprefix=kollap"]http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_2_6?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=kollaps+jared+diamond&sprefix=kollap[/url]

wie ganze Kulturen auf die Idee kommen, Fortschritte wieder abzulegen oder wie sie sich mit Fehlern zu grunde richten.

Der Unterschied von den Fehlern in einzelnen Ländern zum Thema Linkshändigkeit ist lediglich, dass das mit der Ablehnung der Linkshändigkeit weltweit auftritt, dieser Fehler im System also nochmal ne Nummer größer abläuft und viel mehr Menschen die negativen Folgen, die aber unbeabsichtig sind, abkriegen.

Als nächstes bräuchten Sie Wissen über Neurologie und wie Bewegungen das Gehirn verändern. Ich selbst behaupte garnicht erst, dass ich tiefes Wissen in diesen beiden Bereichen habe, ich hab mir nur so viel Wissen zusammen gesucht, um entscheiden zu können, ob meine Theorie der Realität entsprechen könnte oder ob ich mir da was überlegt habe, was rein von der Art, wie Menschen funktionieren und was sie beeinflußt und prägt, komplett entgegen läuft, also unmöglich ist.

Mein Buchtip dazu ist : Die Hand
[url="http://www.amazon.de/Die-Hand-Geniestreich-Frank-Wilson/dp/3499613387/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1323107504&sr=1-3"]http://www.amazon.de/Die-Hand-Geniestreich-Frank-Wilson/dp/3499613387/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1323107504&sr=1-3[/url]
und : Neustart im Kopf
[url="http://www.amazon.de/Neustart-Kopf-Gehirn-selbst-repariert/dp/3593385341/ref=sr_1_5?s=books&ie=UTF8&qid=1323107590&sr=1-5"]http://www.amazon.de/Neustart-Kopf-Gehirn-selbst-repariert/dp/3593385341/ref=sr_1_5?s=books&ie=UTF8&qid=1323107590&sr=1-5[/url]

beide Bücher erklären, wie veränderbar das menschliche Gehirn ist und wie es auf Bewegungen reagiert. Und sie zeigen, wie man mit Training das Gehirn beeinflussen kann, aber auch, wo nix mehr zu machen ist.

Weiter hilfreich finde ich alle Bücher von Gerald Hüther, auch wenn er über Linskhändigkeit nix extra schreibt.
Beeinflussung vom Nachwuchs und was das mit dem Gehirn des Nachwuches anstellt, findet man hier:
[url="http://www.amazon.de/Das-Geheimnis-ersten-neun-Monate/dp/3407229232/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1323107808&sr=1-1"]http://www.amazon.de/Das-Geheimnis-ersten-neun-Monate/dp/3407229232/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1323107808&sr=1-1[/url]
[url="http://www.amazon.de/Was-sind-sein-k%C3%B6nnten-neurobiologischer/dp/3100324056/ref=ntt_at_ep_dpt_1"]http://www.amazon.de/Was-sind-sein-k%C3%B6nnten-neurobiologischer/dp/3100324056/ref=ntt_at_ep_dpt_1[/url]
Im Netz findet man manchmal Vorträge von Gerald Hüther, in denen er erklärt, wie Lernen funktioniert, auf neurologischer Ebene.

die von mir oben genannten Bücher kriegt man auch über die Uni Bibliothek oder hiesige Stadtbücherei. Das Buch von Edward Tenner hab ich mir gebraucht über Amazon.de gekauft, es ist ein einziger Lesegenuß und rückt vieles grade, weil Fehler in solch unvorstellbarem Ausmaß in wirklich allen Lebensbereichen gemacht werden, dass es viel Druck da raus nimmt, gleichzeitig den Mut gibt, auch neu entdeckte Fehler zu benennen, die vorher übersehen wurden. Was ganz sicher auf die Linkshändigkeit zutrifft, Da gucken bisher nur wenige Leute in aller Konsequenz hin.

Schreiben Sie mir, wenn Sie mit diesen Büchern weiter gekommen sind. Ich selbst möchte diese Diskusion auch anderen zeigen und möchte sie daher in meinem Blog kopieren. Immer mit Nennung der Quelle und der Bitte, bei Gesprächsbedarf sich doch bitte in Ihrem Forum anzumelden, um da eigene Beiträge zu plazieren. Zur Zeit ermute ich schon vereinzelt unterschiedliche Menschen, sich diese Diskusion hier anzusehen und mit zudiskutieren.

Bin gespannt, wie Sie nun weiter vorgehen.

freundlicher Gruß
von Klaudia

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.2011 um 19:13.]
Verfasst am: 05. 12. 2011 [19:25]
Klaudia
Boucher de Perthes
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Nachtrag: es fehlt noch der emotionale Bereich des Ganzen.

Wie setzt man es durch, dass sich alle nach bestimmten Regeln bewegen. Wie kriegt man es hin, dass eine ganze Gruppe und die Gruppe die Steppe links hoch auch und die anderen auch, wie kriegt man all diese Geschöpfe dazu, sich alle mit links den Po zu säubern und nur die rechte, "die GUTE Hand", zu benutzen, wenn Nahrung zum Mund geführt wird. Es muß dafür eine Verständigung gegeben haben. Zu dieser Zeit war nach meiner Vorstellung aber von der Fähigkeit Sprechen noch nicht viel da. Die Verständigung lief meiner Vorstellung nach größtenteils nonverbal, über Körpersprache.

Wenn man die gefundenen Spuren vergangener Menschen und deren Vorformen untersucht, braucht man das Wissen, dass auch ein Linkshänder sich wie ein Rechtshänder bewegen kann und die Produkte seines Handelns aussehen können, als wären sie von einem Rechtshänder gemacht. Ich habe keinen Schimmer, wie man das belegen will.

Ich denke nur, alle Abweichungen dieser 50% zu 50% Verteilung von Rechts- bzw. Linkshändern zeigt, dass da schon diese Ablehnung der Linkshändigkeit greift. Sie könnten also zeigen, hier oder dort wurden Gegenstände gefunden, die scheinbar von mehr Rechtshändern als Linkshändern hergestellt wurden, da es aber ein 50% zu 50% Verteilung gibt und gab, wurden zu der Zeit der Herstellung bereits soundso viele Linkshänder gezwungen, diesen Gegenstand mit der rechten Hand zu machen.

Und um das ERklären zu können, braucht es ein Grundstock an Wissen aus anderen Bereichen. Dazu siehe meine Buchtips.
Verfasst am: 07. 12. 2011 [04:34]
Klaudia
Boucher de Perthes
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noch ein Nachtrag: Es gibt verschiedene Formen der Intelligenz. Es gibt die Fähigkeit, besonders gut mit Zahlen umzugehen, besonders gut nachdenken zu können oder eine Situation analysieren zu können oder sich besonders gut bewegen zu können oder in andere einfühlen zu können oder oder oder.

Genauso gibt es unterschiedliche Formen von Kreativität. Manch einer lebt seine Kreativität mit dem Malen von Bildern aus. Ein anderer versteht sich gut auf Musik oder das Erzählen von Geschichten oder Beobachtungen. Der nächste kann andere gut nachmachen (schauspielern). Oder singen. Kreativität findet sich aber auch in der Fähigkeit, etwas zu erfinden und sich auszudenken, einer Vision nachzufolgen (siehe Erfinder von Geräten). So gehörte eine gehörige Portion an Kreativität dazu, sich auszudenken und das auszuprobieren, was man mit runden Scheiben (Rädern) alles machen kann.

Es gibt also Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten und Neigungen. Das schreibe ich hier nur, weil es sein kann, dass zu einigen Zeiten mehr Linkshänder als Rechtshänder auf die Idee kamen, z.B. ein Abbild ihrer Welt in Form eines Bildes festzuhalten. Wenn man also Relikte vergangener Zeiten findet, an denen sich erkennen läßt, dass das von mehr Linkshändern gemacht wurde als von Rechtshändern, sagt das alleine auch noch nichts über den wirklichen Anteil der lebenden Linkshänder bzw. Rechtshänder aus,

An mehreren Stellen in meinen Quellen gab es den Ausspruch, dass bei anderen Tierarten, die auch dieses zweigeteilte Gehirn haben, der natürlich auftretende Linkshänder Anteil bei 50% liegt. Dazu kann ich aber selber keine Quelle nennen. Die Suche nach natürlich ausgelebter Linkshändigkeit wird durch einige Faktoren kompliziert. Wenn ich ein Mann bin oder eine Frau, erhält mein Körper samt Gehirn diese Information, dass ich weiblich oder männlich bin, durch Hormone. Ob ich mich später zu dem gleichen Geschlecht hingezogen fühle oder das andere Geschlecht liebe, entscheidet auch ein bestimmtes Hormonklima zu einer bestimmten Zeitspanne, während ich im Bauch meiner Mutter heranreife (vorgeburtliche Prägung). In einem Versuch an einem lebendem Menschen kann man untersuchen, wie sich die verschiedene Dosierung unterschiedlicher Hormone auf die Funktionsweise z.B. des Gehirns auswirken. Solche Versuche wurden gemacht. In einem Film im Fernsehn hat man vor Jahren eine Frau gezeigt, die lieber ein Mann sein wollte, die sich diese männlichen Hormone geben lies und sich dabei untersuchen lies. Das zeigt, dass man auch bei ausgereiften Menschen künstlich das Geschlecht ändern kann.

Bei der Rechtshändigkeit bzw. der Linkshändigkeit ist das anders. Die liegt in den Genen fest. Während jedes Embryo in den ersten sechs Wochen weiblich ist und erst später sich mit den Hormonen die Maschinerie, ob dieses werdende Leben mal ein Mann oder eine Frau wird, in Gang setzt, ist die Rechtshändigkeit bzw. die Linkshändigkeit von Anfang an festgelegt. Ich weiß von keiner Forschung, die nach den Genen gesucht hat, in denen sich entscheidet, ob jemand linkshändig ist oder rechtshändig. Es gibt nur diese Fälle, wo man bei eineiigen Zwillingen einen Rechtshänder und einen Linkshänder gibt. Da diese Geschwister das Erbgut teilen, muss sich die Keimzelle, aus der sie stammen, an einer bestimmten Stelle geteilt haben, die in der Nähe dieser Information lag und irgendwie unterbrochen hat. Es gibt auch eineiige Zwillinge, wo einer von beiden weiblich und der andere männlich ist, da hat man bei dem männlichem Zwilling einen unvollständigen Chromosomensatz gefunden, mit der Folge, das wegen dem Fehlen von Genmaterial das männliche Hormonklima anspringt.

Immer mehr wissenschaftliche Arbeiten legen den Schluß nahe, dass wir alle in der Zeit im Mutterlaib am stärksten geprägt und beeinflusst werden. Ich denke, dass jedes heranreifende linkshändige Kind sich im Mutterleib ungestört linkshändig entwickeln kann. Die ersten Schwierigkeiten können bei der Geburt entstehen. Sauerstoffmangel bei der Geburt schädigen zuerst die dominante Gehirnhälfte. Solche Kinder verlieren den Kontakt zu ihrem natürlichem Körpergefühl.

Menschenkinder kommen mit einem unreifem Gehirn auf die Welt. Die Gehirnregionen, die in den ersten drei Lebensjahren nicht benutzt wurden, können "wegschrumpeln" (O-Ton Gerald Hüther). Wir verlieren nach den ersten drei Lebensjahren viel an Gehirnmasse (Gerald Hüther) und ein linkshändiges Kind, dass sich in dieser Zeit nicht mehr wie ein Linkshänder bewegt, kriegt ein verändertes Gehirn. Dabei ist egal, ob sich dieser kleine Linkshänder wegen Sauerstoffmangel nicht mehr mit links bewegt oder weil ihm seine Umgebung ausgeredet hat, was mit links zu machen. Ist so ein umgeschulter Linkshänder groß und bewegt sich immer noch nur mit rechts, ist den Produkten seiner Handlungen die ursprüngliche Linkshändigkeit nicht mehr anzusehen. Er ist aber immer noch ein Linkshänder. Das ganze Thema ist komplex. Einfache Antworten sind da wohl nicht zu finden.

Bin schon gespannt auf Ihre Antworten und auf das, was Sie rauskriegen, Herr Jan

freundlich
Klaudia

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 07.12.2011 um 05:09.]
Verfasst am: 13. 12. 2011 [23:31]
Jan
Admin
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Beiträge: 69
"Klaudia" schrieb:

Ich denke nur, alle Abweichungen dieser 50% zu 50% Verteilung von Rechts- bzw. Linkshändern zeigt, dass da schon diese Ablehnung der Linkshändigkeit greift. Sie könnten also zeigen, hier oder dort wurden Gegenstände gefunden, die scheinbar von mehr Rechtshändern als Linkshändern hergestellt wurden, da es aber ein 50% zu 50% Verteilung gibt und gab, wurden zu der Zeit der Herstellung bereits soundso viele Linkshänder gezwungen, diesen Gegenstand mit der rechten Hand zu machen.


Hallo Klaudia,

wenn von vornherein bereits feststeht, dass es immer 50% und Rechts- sowie Linkshänder gegeben haben sollte, ist es verwunderlich, wenn Sie überhaupt noch nach archäologischen Mitteln zum Erkennen von Links- bzw. Rechtshändigkeit fragen. Jedes hiervon abweichende Ergebnis führen Sie sofort darauf zurück, dass Linkshänder dazu gezwungen worden sein, mit der rechten Hand zu arbeiten. Man sollte sich abwarten, zu welchen Ergebnissen archäologische Untersuchungen führen und anschließend darüber diskutieren, ob es seit der Menschwerdung immer dieses 50-50-Verhältnis gegeben haben könnte.


viele Grüße,
Jan
Verfasst am: 14. 12. 2011 [15:51]
Klaudia
Boucher de Perthes
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"Jan" schrieb:


Hallo Klaudia,

wenn von vornherein bereits feststeht, dass es immer 50% und Rechts- sowie Linkshänder gegeben haben sollte, ist es verwunderlich, wenn Sie überhaupt noch nach archäologischen Mitteln zum Erkennen von Links- bzw. Rechtshändigkeit fragen. Jedes hiervon abweichende Ergebnis führen Sie sofort darauf zurück, dass Linkshänder dazu gezwungen worden sein, mit der rechten Hand zu arbeiten. Man sollte sich abwarten, zu welchen Ergebnissen archäologische Untersuchungen führen und anschließend darüber diskutieren, ob es seit der Menschwerdung immer dieses 50-50-Verhältnis gegeben haben könnte.


viele Grüße,
Jan


Genauso einseitig ist die Haltung, von dem nachweislichem Gebrauch mit der rechten oder linken Hand auf eine mögliche Rechtshändigkeit oder Linkshändigkeit zu schließen, ohne die Fähigkeit zur Umschulung in die Theoriebildung mit einzubeziehen, Herr Jan.

Wobei ich meine Meinung als zutreffender finde, weil alle Wesen mit diesem zweigeteiltem Gehirn meinem Kenntnisstand eine naturlich vorkommende Aufteilung von 50% Linkshänder zu 50% Rechtshändern habe. Warum sollte das ausgerechnet beim Menschen ganz plötzlich und alleinig anders sein? Mutation der Gene, innerhalb von welchem Zeitraum? Und wie kann das angehen, wo es um die Datenverarbeitungsorganisation des Gehirns geht? Bei einer Veranlagung, die über jahrmillionen hinweg von einer Art zur nächsten übernommen wurde? Und wo sich die Veränderungen von einer Vorstufe Gehirn zur nächsten Entwicklungsstufe darin zeigten, dass eher mal vorhandene Gebiete ausgebaut wurden, statt das eine komplette Neubildung stattfand?

Was ich noch viel kurioser finde, ist, dass man die bisherige Interpretation der Händigsfrage unhinterfragt so stehen läßt. Oder stellen Sie den anderen Forschern, deren Quellen Sie weiter vorne nannten, die gleiche Frage wie mir? Und welche eigene Meinung Sie sich bilden, das müssen Sie selbst entscheiden.

Forschen Sie, ich würde sicher auch andere Ergebnisse gerne sehen, so die auf fundierten Füßen stehen. Ich finde, Sie stellen die richtigen Fragen. Deswegen bin ich gespannt, was Sie rauskriegen. Würde mich dann auch freuen, wenn Sie dazu eine Gastbeitrag in meinem Blog schreiben. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Ihre Forschungsergebnisse auch andere interessiert = ein Buch? Wenn Sie so gründlich nachdenken, wie es sich hier anzeigt, würde ich das sehr gerne lesen.

freundlich
Klaudia
Verfasst am: 15. 12. 2011 [12:59]
Klaudia
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Ich nochmal. Ich habe jetzt auf meinem Blog die Seite mit der Diskusion von hier in den Entwurf Modus gestellt. Bisher lesen noch nicht so viele Menschen meinen Blog, weil er noch nicht so bekannt gemacht wurde.

Ich bin auf Ihre Idee, das zu erforschen, eingegangen, und zwar gerne, weil ich den Eindruck habe, dass Sie selber denken. Sie haben nun die freie Wahl. Sie können sich entscheiden, das Thema "Linkshänder in der Steinzeit" und davor und danach wieder fallen zu lassen. Oder Sie gehen weiter darauf zu. Mir selbst ist es so oder so recht.

WENN Sie sich für die Erforschung der Linkshändigkeit unserer früheren Artgenossen entscheiden, brauchen Sie Wissen außerhalb Ihres Fachbereiches. Ich habe Ihnen mehrere Quellen genannt, die meinem Eindruck nach da am schnellsten weiter helfen. Die können Sie benutzten, Sie können aber auch selbst in die Recherche gehen und andere Quellen auftun.

Reden Sie mit Ihren zukünftigen Kollegen. Reden Sie mit Ihren Professor. Sie werden Unterstützer brauchen, wenn Sie dieses Thema angehen. Und wenn Sie so sind, wie ich es hier vermute, werden Ihre Antworten nicht allen gefallen. Daher hier mein Rat, knüpfen Sie jetzt Kontakte, bevor Sie anfangen (immer vorrausgesetzt, Sie wollen das überhaupt noch). Was ich Ihnen versprechen kann, ist, dass Ihre Arbeit, ob als Doktorarbeit, als Buch oder beides, auf jeden Fall aus dem Rahmen fällt. Und dazu braucht man Nerven und unterstützenden Hintergrund (Kontakte).

Ich werde diese Diskusion in meinem Blog erst wieder öffentlich sichtbar machen, wenn SIE mir grünes Licht dazu gegeben haben. Deshalb, reden Sie mit Fachkollegen, anderen Studenten, vielleicht mit den Leuten, deren Arbeiten Sie im Zusammenhang mit dem hier am Beginn dieses Threads genannt haben. Und lesen Sie irgendwas über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Mein Buch "Umschulungsfolgen" ist ja leider noch nicht fertig, aber da gehe ich ausführlich (deswegen dauert es auch so lange) auf das Thema Spätfolgen (Umschulungsfolgen) nicht gelebter LInkshändigkeit ein. Auch auf den Punkt, dass viele Linkshänder weder ihre Linkshändigkeit erkennen noch vermissen, die haben aber trotzdem Umschulungsfolgen.
Verfasst am: 15. 12. 2011 [13:23]
Klaudia
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Schreiben Sie mir bitte noch diesen Monat, ob ich diese Diskusion in meinem Blog wieder öffentlich sichtbar machen kann/soll. Ich nehme es so hin, wie Sie sich da entscheiden. Es gibt noch genug andere Bereiche, in denen ich demnächst mit den entsprechenden Fachleuten diskutiere, was dann im Blog veröffentlicht wird.

Angenommen, Sie wollen forschen, bräuchten Sie ein Grundstockwissen über die Prägung und Entwicklung des menschlichen Gehirns. Ich wiederhole mich hier nochmal. Irgenwas muß vor 200 000 bis 250 000 Jahren passiert sein (oder noch davor?), dass zu einem Größen Wachstum des Gehirns führte. Unsere Art entstand. Das vorhandene Gehirn wurde ausgebaut, es entstand eine Vergrößerung in einigen Gehirngebieten. Das Gehirn ansich blieb aber gleich. Und genau mit diesem Gehirn gehen wir unverändert auch heute noch spazieren. Wir haben also das gleiche Gehirn wie die Wesen noch ohne Schrift oder anderes, unverändert seit den letzten 170 000 Jahren.

Da taten sich Probleme auf, solche Wesen auf die Welt zu bringen, weil der Geburtskanal sich verkleinert hatte und die ein Kind austragende Frau während der Schwangerschaft sehr verletzlich war. Übrig blieben die Wesen, deren Nachwuchs kürzer zur Welt kam, mit einem unvollständig ausgereiftem Gehirn.

Das menschliche Kind kommt auf die Welt mit einem unausgereiftem Gehirn. Die tiefste Prägung passiert im Mutterlaib (Gerald Hüther), aber in den ersten drei Lebensjahren passiert auch sehr viel, ungenutztes Gehirnmaterial schrumpelt nach dieser Zeit weg (Gerald Hüther) und das nicht wenig (ein Drittel). Bis dahin kann sich das Gehirn eines Kindes in alle möglichen Richtungen entwickeln, je nachdem, wie es selbst lebt und wie es von der Umgebung stimuliert wird. Unsere Vorfahren trugen alles mit sich rum (Nomaden), auch ihre Kinder. Neurologen fanden raus, dass die Kleinkinder dabei genau die Umgebung und Reize kriegen, die ihr Kleinkind gehirn braucht, um optimal auszureifen. Gleichzeitig mit dem Gehirngrößenwachstum nahm die Neuroplastizität unseres Gehirns zu. Eventuell ablehnende Haltungen gegenüber mit links ausgeführten Bewegungen führten dazu, dass Linkshänder aufhörten sich wie Linkshänder zu bewegen. Sowas macht das Gehirn mit, unser menschliches Gehirn jedenfalls, weil es das kann (Neuroplastizität). Wenn ein Linkshänder lange genug trainrt, kann er auch mit seiner rechten Hand Werkzeuge gut benutzen, die so hergestellten Gegenstände haben Herstellungsspuren die auf eine Herstellung mit der rechten Hand hinweisen, mit Recht, trotzdem die von einem umgeschhulten Linkshänder gemacht wurden.

Das ergibt das nächste Grundsatzthema, wie ist das eigentlich mit dieser Linkshändigkeit. Meine These dazu ist (keine Ahnung, wer dazu forscht), irgendwann vor langer Zeit, vor mehreren hundert Millionen Jahren, entstand ein Bauplan von einem zweigeteiltem Gehirn. Und der legte die Verarbeitungsart fest und brauchte einen Modus, wie spontane Bewegungen ausgeführt werden können, mit schnellsten Reaktionszeiten für Gefahrensituationen. Da entwickelte sich die Datenverarbeitung bei der Hälfte der Spezien zuerst alles über die linke Gehirnhälfte laufen zu lassen und bei der anderen Hälfte der Spezies zuerst alles über die rechte Gehirnhälfte und, vola, haben wir eine Aufteilung 50% zu 50%.

In den anderen von mir genannten Büchern geht es um die Rolle, die die menschliche Hand für die Gehirnentwicklung und Nutzung bedeutet und wie das menschliche Gehirn beschädigt werden kann und wieviel von dem Funktionsverlust nach der Schädigung durch Aktivierung anderer Gehirnareale aufgehoben werden kann. Das alles ist Wissen, dass Sie außerhalb Ihres Fachbereiches kriegen.

Viel Spass bei der Entscheidung
und so oder so
Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit

lieben Gruß
Klaudia


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.12.2011 um 13:28.]
Verfasst am: 16. 12. 2011 [23:20]
Jan
Admin
Dabei seit: 24.03.2009
Beiträge: 69
"Klaudia" schrieb:

Ich nochmal. Ich habe jetzt auf meinem Blog die Seite mit der Diskusion von hier in den Entwurf Modus gestellt. Bisher lesen noch nicht so viele Menschen meinen Blog, weil er noch nicht so bekannt gemacht wurde.

Ich bin auf Ihre Idee, das zu erforschen, eingegangen, und zwar gerne, weil ich den Eindruck habe, dass Sie selber denken. Sie haben nun die freie Wahl. Sie können sich entscheiden, das Thema "Linkshänder in der Steinzeit" und davor und danach wieder fallen zu lassen. Oder Sie gehen weiter darauf zu. Mir selbst ist es so oder so recht.


Liebe Klaudia,

ich freue mich sehr über deine angeregte Diskussion hier im Forum. Vielleicht findest du auf diesem Weg weitere Mitstreiter, die sich deinem Thema anschließen. Im Verlauf dieser Diskussion habe ich ein paar Anhaltspunkte skizziert, nach denen man sich orientieren kann, wenn man in dieses Thema einsteigt. Mehr Zeit kann ich allerdings für das Thema nicht einbringen.

Du kannst gerne auf unser Forum verlinken, damit die Diskussion bei Bedarf hier weitergeführt werden kann.
In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Diskussionen mit anderen Teilnehmern des Forums..


mit freundlichen Grüßen,
Jan