Recherche

Seminararbeiten bieten eine von mehreren Gelegenheiten, sich detailliert mit einem Thema auseinanderzusetzen. Man kann sie als eine Übung betrachten, bei der man sein Können als AutorIn einüben und unter Beweis stellen kann. Beim Verfassen einer Seminararbeit werden auch Fähigkeiten und Kompetenzen für die Zeit nach dem Studium erlernt.

 

Dazu gehört unter anderem die Recherche von Literatur und ein kritischer Umgang mit dem Gelesenen. Der Text sollte eine in sich sinnvolle Gliederung haben und im Anhang ein stimmiges Literaturverzeichnis mit sämtlichen verwendeten Zitaten. Die in der Arbeit verwendete der Arbeit sollte verständlich sein, damit den LeserInnen die Gedankengänge zugänglich sind.

Einstieg in die Literatur

Wer eine Thematik kenntnisreich aufbereiten möchte, sollte früh mit der Literaturrecherche anfangen. Am besten gleich, nachdem man sich ein Thema ausgesucht hat. Bei der Arbeit nimmt die Recherche einen beachtlichen Teil der Zeit ein. Zum einen muss man sich zu Beginn der Seminararbeit einen Überblick über das Thema verschaffen und ein Konzept für die Ausarbeitung entwickeln. Wenn man sich zum ersten Mal mit einer Gruppe von Artefakten oder einer bestimmten Zeit auseinandersetzt, können diese ersten Schritte besonders mühsam sein. Man weiss nicht, was man zuerst lesen soll und das Gelesene kann man nicht ganz einordnen, weil das Hintergrundwissen fehlt. Dieses muss man sich anlesen – aber wie?

 

Eine vorgehensweise wäre, dass man sich vom Allgemeinen zum Speziellen durcharbeitet, d.h. ausgehend Standardwerken oder Einträgen in Lexika bis hin zu Aufsätzen, die sich verschiedenen Schwerpunkten widmen. Einstiegswerke findet man schnell, weil sie sehr oft zitiert und von den DozentInnen zum Einstieg empfohlen werden. Im Bachelorstudium wird oftmals Startliteratur zum Thema der Seminararbeit angegeben.

 

Zum Beginn der Recherche bietet sich ein fachbezogenes Referenzwerk wie das Römisch-Germanische Reallexikon an – kurz RGA. Die Einträge bieten einen guten Überblick zu dem jeweiligen Stichpunkt und verweisen auf weitere Literatur, die man gelesen haben sollte und die einen weiterbringt. Außerdem machen die Einträge auf Stichwörter aufmerksam, die mit dem jeweiligen Schlagwort in Verbindung stehen und im weiteren Verlauf der Recherche berücksichtigt werden können.

 

Wenn man weiss, welche Begriffe und/oder AutorInnen mit dem Thema der Seminararbeit zu assoziieren sind, kann die Literaturrecherche über die Suche mit Stichworten starten.

Analoge und digitale Recherche

Die suche nach potentiell relevanten Büchern beginnt häufig in der Institutsbibliothek, zum Beispiel am Zettelkasten oder mit der Hilfe von digitalen Katalogen (z.B. OPAC oder KVK). Für Studierende aus dem Bereich der Ur- und Frühgeschichte ist die Datenbank dyabola sehr empfehlenswert. Sie erfasst sämtliche Aufsätze, die in Zeitschriften Büchern publiziert werden. Man kann dort den Namen einer Autorin eingeben und erhält eine Übersicht, was sie wann und wo publiziert hat.

 

Es lohnt sich, das Angebot der Staatsbibliothek oder der Universitätsbibliothek wahrzunehmen – insbesondere wenn man in Berlin studiert. Über die Universitätsbibliothek können z.B. Bücher und Aufsätze über die Fernleihe bestellt werden. Die Universität und die Staatsbibliothek besitzen Lizenzen für (inter)nationale Fachzeitschriften, d.h. man kann über beide Institutionen kostenlos auf Aufsätze oder Bücher zugreifen.

 

Weiterhin empfiehlt sich ein Blick in die digitalen Angebote von Universitäten: z.B. über die Uni Heidelberg, Freiburg, Technische Universität Berlin usw. Dort sind Habilitationsschriften, Dissertationen und Aufsätze frei zugänglich. Deutschlandweit werden online publizierte Dissertationen von der Deutschen Nationalbibliothek auf DissOnline erfasst.   

 

Aufsätze können auf Webseiten wie Sciencedirect, Jstor, pubget, Persée oder bei Verlagen von Zeitschriften wie z.B. de Gruyter, Springer, Wiley oder Cambridge Journals. Dort können Artikel oder Buchkapitel recherchiert und runtergeladen werden – wenn man mit den Lizenzen von Universität oder Staatsbibliothek darauf zugreift. Außerdem gibt es zahlreiche frei zugängliche (inter)nationale Zeitschriften. Übersichten findet man bei Open Access Archaeology, auf der Webseite Directory of Open Access Journals (DOAJ), Propylaeum oder in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) von der Universität Regensburg.

Schreiben von Arbeiten

Beim Schreiben sind komplizierte Schachtelsätze genauso zu vermeiden wie Tippfehler, häufig wechselnde Zeitformen, Wortwiederholungen und Füllwörter (dann, auch usw.), die einen Satz in die Länge ziehen aber zu dessen Aussage nichts beitragen. Ferner kann ein diskreter Umgang mit Adjektiven nicht schaden, inbesondere mit wertenden Adjektiven. Ist die Arbeit fertig geschrieben, sollte diese für ein paar Tage auf die Seite gelegt werden. Wenn man sie anschließend liest, findet man solche Dinge und kann sie noch vor der Abgabe überarbeiten.


Letztlich sei darauf hingewiesen, dass man Personen nicht direkt kritisieren sollte. Diskussionen funktionieren nur, wenn auf einer sachlichen Ebene Fragen gestellt bzw. Anmerkungen gemacht werden.

 

 

Recherche mit praehistorische-archaeologie.de

Unsere Seite soll euch einen Einstieg und Überblick über die umfangreichen Inhalte der Prähistorischen Archäologie geben.

Grundsätzlich findet ihr bei allen Beiträgen auf der rechten Seite einen Block mit Literaturangaben. Diese Literatur ist als Einstiegspunkt zu verstehen, über welchen ihr euch tiefer in das Thema einarbeiten könnt.

Wichtig ist, dass ihr bei euren Arbeiten Zahlen, Fakten usw. mit mehreren Quellen vergleicht. Auch wir haben vielleicht mal ein Detail, welches nicht mehr aktuell oder mit neuen Erkenntnissen verbunden ist. Solltet ihr solche Stellen finden, schreibt uns gerne einen Kommentar!

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