Klassifikation

Das Ordnen von materiellen Phänomenen aus der Ur- und Frühgeschichte in Gruppen auf der Basis ihrer Besonderheiten wird als Klassifikation bzw. Typographie (=Beschreibung von Typen) bezeichnet. Eine Klassifikation kann beispielsweise nach qualitativen Merkmalen  wie Verzierungen, Funktion etc. oder nach quantitativen durch Vermessung erfolgen. D.h. man kann Keramikgefäße nach ihrer vermeintlichen Funktion in diverse Gattungen mit dazugehörigen Familien klassifizieren. Eine Gattung könnte beispielsweise Kochgefäße oder Funeralkeramik (Urnen) beschreiben.

Das Ziel einer Klassifikation ist es, die zu klassifizierenden Objekte derart zu ordnen, dass die Ähnlichkeit der geordneten Objekte innerhalb einer Klasse größer ist als die der Objekte unterschiedlicher Klassen. Wichtig ist dabei, die korrekte Unterscheidung von Typ und Typenvertreter. Ein Artefakt ist nie ein Typ, sondern lediglich der Vertreter eines Typs. Der Grund für diese Bezeichnungsweise geht darauf zurück, dass Typen nur imaginäre übergeordnete Klassifikationsgruppen darstellen. Ein Typ definiert sich durch eine Ansammlung wiederholt auftretender bestimmter so genannter „diagnostischer“ Merkmale, die ihn charakteristisch machen. Man unterscheidet dabei zwischen Gattung— Familie— Typ— Variante.

Monothetische Klassifikation: Ein Typenvertreter erfüllt alle festgelegten Merkmale eines Typs.

Polythetische Klassifikation: Ein Typenvertreter erfüllt nur einige (mindestens aber zwei) Merkmale eines Typs.

 

Verwendete Literatur

Autor Titel Seite
Eggers Einführung in die Vorgeschichte 88-105
Eggert Prähistorische Archäologie 186-194
Trachsel Ur- und Frühgeschichte 25,39f.
Eggert / Samida Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie. UTB basics 57-61
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