Es gibt keine einheitliche Schamanismusdefinition, sie variiert mit jedem Autor. Der Begriff des Schamanismus stammt ursprünglich von dem sibirischen Volk der Tungusen.
Zu den allgemein akzeptierten Charakteristika von Schamanismus gehören die „Ekstasetechnik“, psychologische Aspekte wie Trance und Besessenheit, die Vorstellung einer Seelenreise des Schamanen während der Seance. Man ist sich außerdem darüber einig, dass Schamanismus davon ausgeht, dass jeder Mensch mehrere Seelen besitzt und beispielsweise durch das Abhandenkommen einer Seele Krankheit verursacht werden kann. Da Schamanen auch als Medizinmänner tätig seien, müssten sie sich dann auf eine „Seelenreise“ begeben, um die verlorene Seele zurückzuholen. Da solche Reisen gefährlich sind, begibt sich der Schamane mit Hilfsgeistern auf Reise. Schamanismus geht von einem vertikalen Kosmos mit zahlreichen Welten über/unter der Lebewelt aus, die alle durch eine axis mundi verbunden seien.
Quelle: RGA 26 (2004) 592-596 s.v. Schamanismus (Jens-Peter Schjødt)
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