Geophysikalische Prospektion

Die Anwendung der sogenannten Geophysikalischen Prospektion dient zur Messung der physikalischen Bodeneigenschaften des Geländes. Die gewonnen Werte können mit einem Computer anschließend in 3D-Modelle umgewandelt und auf dieser Basis interpretiert werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Vorgehensweise ist der Gebrauch von Geoelektrik zur Messung der elektrischen Leitfähigkeit des Bodens. Der elektrische Widerstand im Boden hängt unter anderem von seiner Zusammensetzung ab. Diese verändert sich bei jedem anthropogenen (menschlichen) Eingriff. Durch den Menschen wird, wenn er beispielsweise eine Grube gräbt, die elektrische Leitfähigkeit beeinflusst und verändert.

 

Das Ergebnis der Messungen wird allerdings sehr stark von der Feuchtigkeit des Bodens, der Witterung und dem Grundwasserspiegel beeinflusst und sollte von erfahrenen Archäologen ausgewertet werden. Zusätzlich vermag es keine Aussagen über die Tiefe der entdeckten Anomalien zu treffen.

Geomagnetik

Pfostenloch
Aufsicht und Profil eines Pfostenloches.

Eine weitere geophysikalische Prospektionsmethode stellt die Geomagnetik dar. Fundamental ist dabei, dass die Erde ein Magnetfeld besitzt, welches nicht überall gleich stark magnetisch ist. Bei dieser Methode wird folglich das Magnetfeld der Erde in regelmäßigen Abständen gemessen und dadurch können Schwankungen der magnetischen Eigenschaften des Bodens wahrgenommen werden. Wichtig ist hierbei besonders, dass es Mikroben gibt, welche beim Abbau von organischen Materialien Eisenminerale bilden. Da Eisenminerale sehr magnetisch sind, kann mit durch die Geomagnetik eine sichere Lokalisierung von Abfall- und Pfostengruben ermöglicht werden. Einen Haken hat dieses Verfahren allerdings: es liefert keine Tiefenangaben zu den entdeckten Befunden.

 

Dennoch kann mit den Ergebnissen dieser zwei Verfahren (Geoelektrik und Geomagnetik) gearbeitet werden. Mit den ermittelten Ergebnissen kann ein Flächenplan erstellt und auf dessen Grundlage eine Grabung geplant werden.

Georadar

Das Georadar liefert hingegen Informationen zur genauen Schichtenabfolge des untersuchten Geländes. Es sendet Impulse und Radiowellen aus und empfängt Echos, die von den unterschiedlich zusammengesetzten Straten abgeworfen werden. Dadurch erhält der Archäologe Tiefeninformationen und ist in der Lage, eine Differenzierung sich überlagernder Schichten durchzuführen. Er weiss nicht nur sehr genau, wo er nach seinen aufgespürten Strukturen graben muss sondern auch wie tief er graben muss.

Besondere Links im Web

Thema Link
EU-Projekt ArcLand www.archaeolandscapes.eu
Luftbildarchäologie www.archaeopro.de/Archaeopro/index.htm
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