Atlas der Vorgeschichte: Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt

Herausgeber: Siegmar von Schnurbein

Kategorie: Sammelwerke

Verlag: Theiss

Schwierigkeitsgrad: Anfänger

Webseite: www.theiss.de

erster Eindruck

Erstklassiges Standardwerk zur Einführung in die Vorgeschichte Europas!

 

 

Beschreibung

Seit ihrer Herausbildung als eigenständige Wissenschaft im 19. Jahrhundert hat die Prähistorische Archäologie einen beachtlichen Wissensschatz produziert. Dieser ist inzwischen so umfassend und komplex geworden, dass es selbst für Archäologen zusehends schwieriger wird, den Überblick über großräumige Entwicklungen und lange Zeitspannen zu bewahren. Archäologisch interessierten Laien wird es ähnlich gehen. Uta von Freeden und Siegmar von Schnurbein gaben daher im Jahr 2002 den monumentalen Band „Spuren der Jahrtausende. Unsere Vorfahren von der Steinzeit bis zum Mittelalter“ heraus. Hierfür hatten sie ein größeres Autorenkollektiv versammelt, um den Status quo zur Erforschung der  Vor- und Frühgeschichte auf anspruchsvolle aber dennoch verständliche Weise zu präsentieren. Dieses einzigartige Übersichtswerk machte sich nicht nur bei archäologisch Interessierten, sondern auch in wissenschaftlichen Kreisen schnell einen guten Namen.

Als Siegmar von Schnurbein im Jahr 2009 den „Atlas der Vorgeschichte“ herausgab, knüpfte dieser unmittelbar an den Erfolg seines Vorgängers an. Er hat ihn zwischen schon weit übertroffen. In diesem Frühjahr ist der Atlas in der dritten Auflage erschienen. Er enthält nun ein zweites Vorwort von Hermann Parzinger, dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Präsident des Deutschen Verbandes für Archäologie. Inhaltlich wurden Text- und Kartenkorrekturen vorgenommen und dem Orts- ein Sachregister zur Seite gestellt. Darüber hinaus wurde die angefügte Literaturliste aktualisiert.

 

Während die in „Spuren der Jahrtausende“ gezeigten Karten sich durch ein vergleichsweise schlichtes Layout auszeichneten und klein abgedruckt wurden, setzt der Atlas der Vorgeschichte auf ein qualitativ hochwertiges Kartendesign und eine großflächige Abbildung derselben: Es ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein Atlas. Im ersten Vorwort von Hans Joachim Gehrke wie auch im zweiten von Hermann Parzinger wird am Beispiel antiker Autoren wie etwa Hekataios von Milet, Caesar und Tacitus auf die historische Beziehung zwischen der Geschichtsschreibung und der Geographie hingewiesen. Der Atlas knüpft damit an eine Tradition an, deren historische Wurzeln bis in die Antike zurückreichen.  

 

Die im Atlas behandelten Abschnitte der Vorgeschichte gliedern sich in vier große Kapitel, von denen sich die ersten zwei mit der Steinzeit und die beiden folgenden mit der Bronze- bzw. Eisenzeit befassen. Während die ersten drei von jeweils einem Autor verfasst wurden, hat sich der Eisenzeit ein Kollektiv mehrerer Autoren gewidmet. Die inhaltliche Gestaltung der Kapitel wurde den Verfassern selbst überlassen und ist in der Folge durchaus heterogen. Dieser Umstand ist sowohl auf die epochenspezifischen Quellen und dem Stand ihrer wissenschaftlichen Aufarbeitung einerseits und die persönlichen Forschungsschwerpunkte der Autoren andererseits zurückzuführen.

 

Im ersten Kapitel bietet Thomas Terberger einen grundlegenden Überblick über frühe Wanderbewegungen und kulturelle Entwicklungen des Menschen in der Alt- und Mittelsteinsteinzeit[1]. Die Bewegungen und Ausbreitungen korreliert er in den zugehörigen Karten mit Klimakurven sowie landschaftlichen Veränderungen in der Flora, Fauna, dem Stand des Meeresspiegels und der Vereisung. Terberger schildert zunächst die früheste Besiedlung des europäischen Kontinents durch den Homo erectus (S. 13-16), um daran anschließend ausführlicher auf die kulturellen Hinterlassenschaften des Neandertalers einzugehen (S. 20f.). Angesichts des Eintreffens des anatomisch modernen Menschen in Europa, beschreibt er anhand der frühesten Indizien für symbolisches Denken die kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Menschenformen. Auch Unterschiede ihrer physischen Erscheinungsform werden vorgestellt (S. 18). Vertiefende Informationen zu dieser Thematik findet man im Infokasten auf Seite 21, in dem näher auf Indizien für Bestattungen beim Neandertaler eingegangen wird.

Die Frage nach der Art des Aufeinandertreffens von Homo neanderthalensis und Homo sapiens diskutiert er sowohl anhand genetischer Untersuchungen als auch archäologischer Indizien wie etwa der Verbreitung spezifischer Artefaktformen und Stratigraphien (S. 22f.). Terberger betont, dass fortentwickelte Fähigkeiten (Bestattungen, Schmuck usw.) überwiegend dem späten Neandertaler vorbehalten waren. Er geht ferner davon aus, dass Neandertaler und Homo sapiens nicht lange nebeneinander lebten, d. h. dass die Ablösung zügig erfolgt ist (S. 22f.). Es ist sehr zu begrüßen, dass er dies auch als seine Interpretation des archäologischen Quellenstandes hervorhebt und zugleich auf andere Theorien verweist. Überhaupt sind seine differenzierten und vorsichtigen Ausführungen anzuerkennen, schließlich vermitteln diese ein durchaus plastisches Bild der archäologischen Forschung und setzen Leser nicht vor vollendete Tatsachen.  

 

In seiner Darstellung des Jungpaläolithikums orientiert er sich zunächst am Schlüsselbegriff der so genannten „kreativen Explosion“ (S. 25). Folglich werden schwerpunktmäßig künstlerische Hinterlassenschaften wie Tierstatuetten, Höhlenmalereien, der Venushorizont sowie Bestattungen mit Ocker und technologische Innovationen behandelt, z. B. die Speerschleuder (S. 34f.). Darüber hinaus kommt er auf Versorgungsstrategien für verschiedene Rohmaterialien in der jüngeren Altsteinzeit zu sprechen, die anschaulich in der Abbildung 32 zum Ausdruck kommen (S. 35).   

In den Karten werden vielfach naturräumliche Verhältnisse mit archäologischen Daten verschnitten. Hieraus ergeben sich vielschichtige Darstellungen wie etwa Abbildungen über archäologische Kulturen während des Kältemaximums um 22.000 v. Chr. und in der Folgezeit (Abb. 28 & 30). Auf diesen werden zentrale Informationen über Vegetation, Tierwelt, Vereisung sowie Stand des Meeresspiegels zusammengeführt, um auf dieser Basis schließlich Verbreitungskarten zeitgleicher Kulturen und Jagdtechniken abzubilden. Terberger betrachtet kulturelle Entwicklungen zwar vor dem Hintergrund klimatischer Bedingungen, allerdings betont er auch Entscheidungsspielräume des Menschen. Er sei mehr „als ein durch die Umwelt gesteuertes Wesen“ (S. 44). Mitunter werden am Beispiel des Ausbruches des Laacher-See-Vulkans auch methodische Aspekte der Datierung archäologischer Fundstellen angesprochen (Abb. 38, S. 41).

Den Abschluss des Kapitels bildet eine differenzierte Darstellung über die beginnende Neolithisierung des europäischen Kontinents im 7. Jahrtausend v. Chr. In diesem Abschnitt befasst sich Terberger eingehend mit Kommunikationsräumen zwischen späten Wildbeutern und frühen Bauern. Dabei macht er wiederholt darauf aufmerksam, dass wildbeuterische und ackerbäuerliche Gesellschaften rund zwei Jahrtausende neben- und miteinander in Europa lebten (S. 50-56).

 

Mit der Neolithisierung leitet Terberger schließlich zum zweiten Kapitel über, in dem sich Johannes Müller mit der Jungsteinzeit befasst. Bei der Datierung des Neolithikums scheint sich allerdings eine Unstimmigkeit eingeschlichen zu haben. Während im Inhaltsverzeichnis die Jungsteinzeit in den Zeitraum von 6500 bis 2000 datiert wird, liest man auf der Titelseite zu diesem Kapitel eine jüngere Angabe – nämlich 6000 bis 2000 (S. 58). In seinen Ausführungen knüpft Müller zunächst an die bereits von Terberger angesprochene Neolithisierung Europas an, die er gelungen in einer schematischen Karte visualisiert (Abb. 59). Das Kapitel beginnt alsdann mit einer Besprechung der historischen Bedeutung der Sesshaftwerdung des Menschen, in der die hiermit verbundenen Vor- wie auch Nachteile erläutert werden (S. 61f.). Zum besseren Verständnis weitet Müller schließlich den Blick des Lesers bis zum fruchtbaren Halbmond, dem Ursprung der neolithischen Revolution. Den Weg ihrer Ausbreitung verfolgt er von dort aus bis nach Europa (S. 62f.).

Das europäische Neolithikum selbst erörtert er folgend in mehreren Karten, die Zeitscheiben mit jeweils 500 Jahren Abstand zueinander darstellen – beginnend um 6000 v. Chr. (Abb. 62) und endend bei 2500 v. Chr. (Abb. 79). Der begleitende Text ist auf die einzelnen Zeitscheiben abgestimmt. Müller beschreibt dabei nicht nur die Ausbreitung der sesshaften Wirtschaftsweise, sondern auch die jeweils auftretenden und ineinander aufgehenden archäologischen Kulturen. Neben markanten Leitformen spricht er auch Besonderheiten in den Siedlungsstrukturen (S. 78-81), gesellschaftlichen Hierarchien und Bestattungsritualen an – so etwa die geschlechtsdifferenzierte Niederlegung von Frauen und Männern (S. 75f.). Ein besonderes Augenmerk richtet er ferner auf die aktive Gestaltung der Landschaft durch die Errichtung von Monumenten wie Kreisgrabenanlagen (S. 82f.) oder Megalithgräbern (S. 90-97).  Anhand überregionaler Zeichensysteme (S. 76f., Abb. 78, 79 & 98) und Tauschnetzwerke (Abb. 88) zeigt er auf, wie mobil und vernetzt der Mensch bereits im Neolithikum gewesen ist. Schließlich werden auch die Verbreitung der Kupfermetallurgie und die mit ihr einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen sowie die Entwicklung besonderer Innovationen wie etwa Rad, Wagen und Pflug angesprochen (S. 86-89).

Das Kapitel findet einen sehr gelungen Abschluss in der Diskussion politischer Machtsysteme von 5000 v. Chr. bis zum Ende des Neolithikums. Darin zeigt er auf, wie sich „Grundmuster“ individueller und kollektiver Machtausübung in nicht nicht-schriftlichen Kulturen anhand diverser archäologischer Daten identifizieren lassen. In seinen Ausführungen stützt er sich mitunter auf Siedlungsstrukturen und Verbreitungen von Artefakten aus exotischen Rohmaterialien – z. B. Spondylusmuscheln, Jadeit und Kupfer (S. 98-101).

 

Bernard Hänsel knüpft einleitend zum dritten Kapitel über die Bronzezeit auf die von Müller erwähnte Kupferverarbeitung an. Nach einigen allgemeinen Bemerkungen über die Herstellung von Bronze aus Kupfer und Zinn, kartiert er eine Vielzahl an Kupfer- und Zinnlagerstätten in Europa. Aus der Karte ergibt sich sogleich, dass Zinn weitaus seltener auf dem europäischen Kontinent anzutreffen ist, woraus sehr wahrscheinlich Interessenkonflikte resultierten (Abb. 113). Darüber hinaus zeigt er anhand der zwei folgenden Karten wie sich die Bronzemetallurgie allmählich in Europa verbreitete und schließlich um 1800 v. Chr. weiträumig durchsetzte (Abb. 114f.). In diesem Zusammenhang diskutiert er nicht nur die Besonderheiten und Vorteile dieser Legierung. Seine Betrachtungen schließen auch Bergbau und Handwerkstechniken zur Verarbeitung von Kupfer und Zinn mit ein, die er am Beispiel des Gießerhauses aus der Siedlung von Feudavar näher erläutert (Abb. 117).

Seine anschließende Darlegung der Bronzezeit ist chronologisch strukturiert. Jede der drei Perioden der Bronzezeit charakterisiert er anhand ausgewählter Funde und Befunde. So konzentrieren sich seine Darstellungen der frühen Bronzezeit zunächst auf Ösenhalsringe, die er im Kontext von Zahlungsverkehr und Wirtschaftsräumen vorstellt (vgl. Abb. 121). Überregionale Kommunikationsräume kann er ferner am Beispiel unterschiedlicher Schwerttypen aufzeigen, die aufgrund ihrer geringen Zahl als Insignien einer Elite präsentiert werden (Abb. 125). Weiträumige Wirtschaftsbeziehungen kann er weiterhin am Beispiel der so genannten Brotlaibidole aufzeigen (Abb. 133). Darüber hinaus werden befestigte Großsiedlungen als Indizien frühbronzezeitlicher Machtzentren diskutiert, die jedoch mit dem Wechsel zur mittleren Bronzezeit wieder aufgegeben werden – vermutlich aufgrund politischer Konflikte (S. 120-122). Am Beispiel der Halbinsel Istrien demonstriert er den beachtlichen Umfang des frühbronzezeitlichen Landesausbaus, den er mit einer gesteigerten Mobilität des Menschen und einem starken Bevölkerungswachstum verbindet (S. 123).

Einen sich von der Ägäis bis nach Schottland erstreckenden Tausch- und Reiseverkehr zeigt Hänsel für die mittlere Bronzezeit auf (S. 127-129). In einem speziellen Exkurs werden schließlich die Beziehungen Mitteleuropa und der Bronzezeit in Südskandinavien (Perioden nach Montelius) näher geschildert (S. 130-135). Ferner befasst er sich mit der markanten Bestattungssitte (Hügelgräberkultur), welche diesem Abschnitt der Bronzezeit schließlich den synonymen Namen „Hügelgräberbronzezeit“ gab (S. 130). Ebenso interessant ist die Kartierung verschiedener Nadelformen, die als typisches Accessoire weiblicher Tracht gedeutet werden und daher von Hänsel als Argument für „Stammesareale“ herangezogen werden (S. 132). Der Abschnitt zur mittleren Bronzezeit endet mit einer Darstellung der Verbreitung von Bernstein und einer Erörterung dessen gesellschaftlicher Bedeutung (S. 135-137). Leider bietet er auch in der dritten Auflage des Atlas keine Kartierung der mittelbronzezeitlichen Kulturen in Europa.

In der Charakterisierung der Spätbronzezeit widmet sich der Autor insbesondere dem Siedlungswesen und dem erneuten Wandel in der Bestattungsform (S. 139f.).  Eine besondere Beachtung finden außerdem die Indizien der urnenfelderzeitlichen Kriegerelite (S. 141-143) und zeitspezifische Opferbräuche (S. 144-146). Abschließend werden am Beispiel von Schiffdarstellungen religiöse Vorstellungen in den Vordergrund gerückt  (S. 146f.). Auch der Seeverkehr im Ostseeraum wird gesondert behandelt (Abb. 158).

 

Während die ersten drei Kapitel alle mit ca. 40 Seiten denselben Umfang besitzen, fällt der Beitrag zur vorrömischen Eisenzeit mit rund 70 Seiten vieler Hinsicht detaillierter aus. Die einzelnen Unterkapitel wurden jeweils Rosemarie Müller, Carola Metzner-Nebelsick und Susanne Sievers koordiniert. Nach einer Vorstellung des eponymen Werkstoffes und einigen Bemerkungen über Erzgewinnung und Eisenverhüttung werden sogleich wichtige Kulturen und Völker aus der Hallstatt- und Latènezeit vorgestellt. In diesem Zusammenhang wird auch auf die methodische Problematik hinsichtlich der ethnischen Deutung archäologischer Quellen eingegangen (S. 164-169). In den folgenden Beiträgen werden von den Autorinnen charakteristische Erscheinungen für die Eisenzeit behandelt, beginnend mit Reiter- und Wagengräbern (S. 172-174). Passend hierzu werden auch Wanderbewegungen geschildert, die durch historische Schriftquellen bekannt geworden sind (S. 177-179). Anhand ausgewählter Schwerter, Dolche und Pfeilspitzen wird eisenzeitliches Kriegswesen thematisiert (vgl. Abb. 191). Hierbei können anschaulich regional- und zeitspezifische Waffenformen und Panzerungen dargestellt werden (S. 180-189).

Ein auffallend kleines Unterkapitel über „Kunst in der Eisenzeit“  (S. 190-193) leitet schließlich zu Trachtsitten über, in deren Rahmen insbesondere Fibeln, Nadeln, Hohlbuckelringe und Gürtelketten vorgestellt werden (S. 194-197). Zur Rekonstruktion eisenzeitlicher Kleidung wird dabei auch auf Moorfunde verwiesen (Abb. 202).  

Im folgenden Abschnitt werden die interkulturellen Beziehungen zwischen den mitteleuropäischen Gemeinschaften und den frühen Hochkulturen im mediterranen Raum facettenreich thematisiert. Eine besondere Stellung nehmen hierbei neben den griechischen Importen (Abb. 206f.) die keltischen Prunk- und die hallstattzeitlichen Fürstengräber ein (S. 202-204). Mediterrane Einflüsse werden ferner sehr anschaulich über die Verbreitung von spezifischen Geschirrsätzen, Herdgerätschaften und Amphoren aufgezeigt (Abb. 215-217). Innereuropäische Kommunikationsräume werden schließlich durch die Kartierung unterschiedlich geprägter Münzen dargestellt (S. 207f.).

Am Beispiel von Kulthöhlen, Brandopferplätzen, kultischen Bauten, Weihefunden in Gewässern und Mooren sowie horten mit goldenen Halsringen werden religiöse Vorstellungen der Hallstatt- und Latènezeit behandelt (S. 210-217). Im letzten Unterkapitel werden unter der Koordination von Susanne Sievers verschiedene Aspekte des eisenzeitlichen Siedlungswesens vorgestellt. Neben der Landschaft werden auch Hausformen wie etwa das Wohnstallhaus behandelt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit herausragenden Phänomenen wie den Fürstensitzen, Oppida, Herrenhöfen und Viereckschanzen (S. 221-223). Mit den Ausführungen zu „Roms griff nach Norden“ findet der Atlas der Vorgeschichte einen gelungenen Abschluss (S. 224f.).

 

Als Anmerkung sei gestattet, dass nicht alle Karten über einen Maßstab verfügen. Er fehlt bei den Abbildungen 28, 30, 103, 114, 130a/b, 144 (rechts) sowie 149 und 158. Darüber hinaus sind die zusätzlich in die Karten 125, 140 und 191 eingefügten Bilder von Artefakten kaum zu erkennen – sie sind sehr verpixelt.

 

Zuletzt sei darauf hingewiesen, dass aus der Legende von Karte 167 nicht hervorgeht, wodurch sich die kleinen roten Punkte auszeichnen, d. h. was für Fundstellen hiermit dargestellt werden. 

 

Fazit

Der Atlas der Vorgeschichte bietet eine vorzügliche Einführung in die europäische Vorgeschichte. Den Autoren ist ein Standardwerk gelungen, das einen ausgezeichneten Überblick über die europäische Vorgeschichte gibt. Das große Verdienst liegt in der Verknüpfung und Zusammenführung unterschiedlichster Informationen, auf deren Basis schließlich neue Erkenntnisse über vergangene Gesellschaften aufgezeigt werden. Die Darstellungen werden zudem durch zahlreiche Infokästen und methodische Exkurse vertieft und abgerundet. Der Atlas eignet sich mit seinen hochwertigen Karten archäologischer Kulturen, dem Glossar, dem Orts- und Sachregister, den Chronologietabellen sowie der aktuellen Literaturliste auch prima als Nachschlagewerk. Damit wird er insbesondere Studierenden über die ersten Semester hinaus ein unverzichtbarer Begleiter sein.

Details

Umfang: 248 Seiten, 150 Farbabbildungen, 120 Karten

ISBN: 978-3-8062-28908 

Preis: 49,95€

Buch Kauflink: Atlas der Vorgeschichte: Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt

Datum der Rezension: 24.04.2014

Rezensent: Jan

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