Thermolumineszenz-Datierung

Bei der Thermolumineszenz, auch Strahlendosismessung genannt, wird ein archäologisches Fundstück erhitzt, sodass sich die darin befindliche Energiemenge in Licht umwandelt wird und eine messbare "Lumineszenz" eintritt. Dieses Datierungsverfahren funktioniert dadurch, dass in Mineralien gespeicherte Energie unter Wärmezufuhr in Licht umgewandelt wird. Je älter ein Objekt ist, desto heftiger ist der eintretende Leuchteffekt.

Vorgehensweise

Um das Alter der Probe bestimmen zu können, wird diese im Labor erhitzt, einer dosierten Strahlenmenge ausgesetzt und die entstandene Lichtmenge gemessen. Damit kann anschließend die Strahlenmenge bestimmt werden, welcher die Probe zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Hitzeeinwirkung in der Vergangenheit ausgesetzt war.


Wenn man diese Strahlenmenge zum Zeitpunkt der ersten Feuereinwirkung erhalten hat, vergleicht man diese mit jener Strahlenmenge am Fundplatz. Unter der Voraussetzung, dass die am Fundplatz gemessene Strahlenmenge dieselbe ist wie jene zum Zeitpunkt der Feuereinwirkung, kann man nun am Verhältnis dieser beiden Mengen das Alter der Probe berechnen. Die Genauigkeit des berechneten Alters liegt bei +/- 10%.

Anwendungsbereich und Probleme

Diese Methode funktioniert nur bei solchen Fundstücken, welche einst einer Hitzeeinwirkung unterlagen. Daher eignen sich potentiell gebrannte/r Ton/Keramik, vulkanische Asche, Kohlestücke aber auch Minerale und Gesteine für die Thermolumineszenz. Allerdings eigenen sich nur Fundstücke von Ausgrabungen und keine Oberflächenfunde. Befindet sich ein Objekt an der Oberfläche, ist es stärker der kosmischen Strahlung ausgesetzt als ein tief unter der Erde liegender Gegenstand. Die kosmische Strahlung beeinflusst die von den Objekten gespeicherte Energie. Dadurch kann das Fundstück letztlich nicht mehr korrekt datiert werden.

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