
Am Beginn der Forschung zur Hallstattzeit steht der Name Johann Georg Ramsauer. Er war der Entdecker und Ausgräber vom Gräberfeld in Hallstatt. Die Grabung dauerte von 1846 bis 1863 an, nachdem er durch Zufall beim Öffnen einer Schottergrube auf das Leichenfeld gestoßen war. Dabei ist das wahrlich riesige Gräberfeld bis heute nicht vollständig erschlossen worden.
Ramsauer selbst war Bergwerksbeamter und kein Urgeschichtsforscher, darum ist seine Leistung umso anerkennenswerter. Johann Georg Ramsauer ist nämlich die außerordentlich gute Grabungsdokumentation des Gräberfeldes zu verdanken, die seiner Zeit weit voraus war. Er lies durch einen Kollegen, den Bergmann Isidor Engl, farbige Zeichnungen von den Gräbern anfertigen und führte zusätzlich ein Grabungstagebuch, indem er seinen zahlreichen Beobachtungen festhielt. Leider sind viele seiner Aufzeichnungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren gegangen und tauchen mit der Zeit in Stücken wieder auf. Seine außerordentliche Dokumentation der Gräber und der Funde bildeten eine hervorragende Basis für weitere Untersuchungen an dem Fundstoff.
Forschungsgeschichtlich sind damit neben Johann Georg Ramsauer natürlich noch weitere Namen von besonderer Bedeutung für die Auswertung des Gräberfeldes und die Chronologie der älteren Eisenzeit. Die nächsten vier Namen sind Hildebrandt, Otto Tischler, Moritz Hoernes und Paul Reinecke.
Der Fundplatz La Tène ist eine Seeuferfundstellte. Sie liegt am Nordende des Neuenburger Sees in der Schweiz. Im Frühjahr 1858 wurde der Fundplatz von einem Fischer gefunden, der für den Oberst und Amateurarchäologen Friedrich Schwab, arbeitete. Der Mann brachte ungefähr 2000 Funde aus dem Wasser an die Oberfläche. Darunter waren Schwerter, Lanzen- /Speerspitzen, zahlreiche Fibeln, Werkzeuge wie Äxte und Scheren. Es waren jedoch nicht nur Artefakte, die mit der Zeit zutage gefördert wurden. Neben den hunderten von Artefakten wurden menschliche Skelettreste gefunden. Die Schädel von La Tène wiesen tödliche Gewalteinwirkungen auf.
| Zeit | 800-500/475 v.Chr. | 500/475 - Christus |
|---|---|---|
| Name | Ältere Eisenzeit | Jüngere Eisenzeit |
| Synonym | Hallstattzeit | Latènezeit |
| Stufen nach Paul Reinecke | Ha C, Ha D | Lat A, Lt B, Lt C, Lt D |
Paul Reineckes Chronologie der Bronze- und Eisenzeit wurde in ihren Grundzügen von vielen Forschern übernommen und bis heute zunehmend verfeinert. Wie wir noch sehen werden, unterscheidet man inzwischen beispielsweise ein Ha C1 von einem Ha C2 usw. Sein Chronologieschema der Hallstattzeit wurde aber auch dahingehend korrigiert, dass man heute die Stufen Hallstatt A und B nicht als eisenzeitlich sondern eher als bronzezeitlich betrachtet und in die Urnenfelderzeit datiert. Dies sollte nicht zu Verwirrungen führen. Die eigentliche ältere Eisenzeit, also die Hallstattzeit, beginnt mit der Reineckestufe Ha C.
Der Prähistoriker Hartwig Zürn konnte durch Kombinationstabellen mit Fibel(formen) die frühe Hallstattzeit (Ha C) 1942 in zwei Abschnitte, nämlich C1 und C2 gliedern. Zehn Jahre später veröffentlichte er einen Artikel, in dem er die frühe Hallstattzeit in drei Abschnitte gliedern konnte. Auch hierfür verwendete er Fibeln hierfür.
In den 50er Jahren befasste sich der Prähistoriker Georg Kossack mit der Hallstattzeit und konnte ebenfalls in zwei Veröffentlichungen zeigen, dass die Einteilung von Ha C in zwei Abschnitte durchaus möglich war. Er konnte dasselbe auch mit Ha D machen.
Die absolute Datierung der Hallstatt- und der darauf folgenden Latènezeit lässt sich anhand einer überschaubaren Anzahl an Eckdaten darlegen. Wir werden uns diesen absoluten Zahlen in Form von kleinen Tabellen nähern, um ausschweifende Texte zu vermeiden. Dabei ist aber bitte zu beachten, dass die Jahreszahlen nicht von allen archäologischen "Schulen" bedingungslos akzeptiert werden. Manche der Datierungen werden gerne diskutiert.
| Objekt | Fundort | Datierungsart | Zeitpunkt/Jahr |
|---|---|---|---|
| Rippenschale | Colmar; Frankfurter Stadtwald | Importdatierung | Beginn von Ha C, ca. 800 v.Chr. |
| Holzstück | Gräberfeld von Wehringen | Dendrochronologie | 778 v.Chr. |
| Rhodische Bronzekanne | Vilsingen | Importdatierung | Übergang zu Ha D, ca. 650 v.Chr. |
| Objekt | Fundort | Datierungsart | Zeitpunkt/Jahr |
|---|---|---|---|
| Holzstück | Magdalenenberg | Dendrochronologie | Ha D1, 616 v.Chr. |
| Bronzekessel mit Löwenappliken | Fürstengrab von Hochdorf | Einheimische Chronologie | Klassische arch. datiert es um 500 v.Chr.; Einheimische (prähist.) Chronologie datiert es um 550 v.Chr., also an das Ende von Ha D1 |
| Attisch schwarzfigurige Keramik | Fürstinnengrab von Vix | Importdatierung | Ha D2/D3: 520/510 v. Chr. |
| Holzstück vom Westtor | Heuneburg | Dendrochronologie | Ende Ha D2/D3: 520 v.Chr. |
| Attische Keramik | Heuneburg | Importdatierung | Ende Ha D2/D3: 490/480 v.Chr. |
| Bronzekrater | Fürstinnengrab von Vix | einmaliges Importobjekt | Ha D3 |
| Autor | Titel | Seite |
|---|---|---|
| Von Sacken | Das Grabfeld Von Hallstatt | - |
| Meyer | Das Gräberfeld von Hallstatt | - |
| Undset | Ueber die Station La Tène | - |
| Munro | The lake-dwellings of europe | - |
| Hunter-Duvar | Stone, bronze and iron ages | - |
| Heierli | Die Urgeschichte der Schweiz | 316-425 |
| Eggers | Einführung in die Vorgeschichte |
105-110, 147-170 |
| P. Reinecke | Mainzer Aufsätze zur Chronologie der Bronze- und Eisenzeit (Main 1965) | - |
| H. Zürn | Zur Chronologie der späten Hallstattzeit. Germania 26, 1942 | - |
| H. Zürn | Zum Übergang von Späthallstatt nach Latène A im südwestdeutschen Raum. Germania 30, 1952 | - |
| G. Kossack | Südbayern während der Hallstattzeit. Römisch-germanische Forschungen 24 (Berlin 1959) | - |
| H. Parzinger | Chronologie der Späthallstatt- und Frühlatènezeit. Quellen und Forschungen zur Prähistorischen und Provonzialrömischen Archäologie 4 (Weinheim 1989) | - |
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